KMU leiden unter restriktiver Kreditvergabe

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Die Basel-Reformen wurden ins Leben gerufen, um die Stabilität von Kreditinstituten zu gewährleisten. Im Rahmen von Basel III hatte man die Vorschriften zur Kreditvergabe deutlich verschärft. Und eine Besserung ist nicht in Sicht, denn mit Basel IV scheint sich die ohnehin schon prekäre Lage nochmals zu verschlechtern.

Zu leiden haben darunter vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, die nur schwer bis gar nicht auf klassischem Wege an die benötigte Außenfinanzierung gelangen. Aus diesem Grund wächst auch bei KMU das Interesse an alternativen Finanzierungsquellen weiter. Factoring ist eine davon.

Was ist Basel III?

Bei Basel III handelt es sich um ein Reformpaket des Baseler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), das Ende 2017 in Kraft trat. Basierend auf den Erfahrungen mit dem Vorgänger-Modell Basel II und der globalen Finanzkrise von 2007, die einige Schwächen der Bankenregulierung offenbart hatte, wurde ein neues Regelwerk beschlossen, das der Stabilität der Finanzbranche dienen und dazu führen sollte, dass Kreditinstitute sich im Krisenfall aus eigener Kraft retten können. Dazu wird von den Banken eine Stärkung des Eigenkapitals gefordert, wobei die Umsetzung der Maßnahmen anhand von drei Säulen erfolgt:

  1. Höhere Kapitalanforderungen für Kreditrisiken
  2. Schärfere Überprüfung
  3. Erhöhte Standards für die Offenlegung.

Zusätzlich führte man eine Verschuldungsquote und zwei neue Mindeststandards für die Liquiditätsüberwachung ein. Die neuen Reformen treffen zwar zunächst einmal nur die Banken selbst. Das hat aber unmittelbare Auswirkungen auf deren Kunden und insbesondere auf KMU.

Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe bei KMU

Kleine und mittelständische Unternehmen sind nämlich besonders stark von einer Bankenfinanzierung abhängig. Mit den gestiegenen Anforderungen an Kreditinstitute sinkt deren Bereitschaft, Kredite an KMU zu vergeben, die über eine eher schlechte Bonität verfügen, deutlich. Noch immer führt bei vielen Unternehmen der erste Gang bei der Außenfinanzierung direkt zur Bank. Langfristige Bankdarlehen und kurzfristige Kontokorrentkredite erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Dabei wird gerade KMU der Bankkredit nicht selten komplett versagt. Die Gründe: Fehlende Sicherheiten, mangelnde Liquidität und geringe Eigenkapitalquoten. In der Folge können diese dringend benötigte Investitionen nicht tätigen, was das Unternehmenswachstum hemmt. Im schlimmsten Fall droht die Insolvenz.

Und selbst wenn die Bank den Kredit gewährt, ist dieser oftmals mit vielen Unannehmlichkeiten verbunden. So müssen KMU, die auf einen Bankkredit hoffen, eine Menge ihrer oft sensiblen unternehmensinternen Daten preisgeben. Die Prüfung kann sich zudem sehr lange hinziehen, weshalb Unternehmen lange auf die benötigten finanziellen Mittel warten müssen. Zwar ist es aufgrund der anhaltenden Niedrigzinspolitik der EZB zurzeit recht günstig, einen Bankkredit aufzunehmen. Aber was nützt das, wenn KMU aufgrund der gestiegenen Eigenkapitalforderungen erst gar keinen Zugang gewährt bekommen?

Nach Basel III kommt Basel IV

Und ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Denn das nächste Reformpaket ist schon im Anmarsch. Es trägt den Namen Basel IV und soll ab 2022 gelten. Aktuelle Studien gehen davon aus, dass Basel IV die europäischen Banken noch mehr belasten wird als Basel III. Das hängt in erster Linie mit dem sogenannten Output-Floor zusammen, der eine Mindestkapitalausstattung für Banken vorsieht. Dieser soll im Laufe von fünf Jahren bis 2027 schrittweise auf 72,5 Prozent erhöht werden. Experten befürchten, dass die Kapitalanforderungen auch für Bankkunden noch deutlich steigen werden.

Bankenunabhängige Finanzierung mit Factoring

Vor dem Hintergrund der anhaltenden restriktiven Kreditvergabe der Banken sind KMU dazu angehalten, ihre Finanzierungsstrategie zu überdenken. Dabei gewinnen alternative Finanzierungsformen enorm an Bedeutung. Eine Möglichkeit der bankenunabhängigen Finanzierung stellt Factoring dar. Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an einen Factor, der die Rechnungssumme innerhalb weniger Tage abzüglich einer Factoring-Gebühr überweist. Das verschafft dem Unternehmen sofortige Liquidität, so dass es benötigte Investitionen direkt tätigen und so weiter wachsen kann. Desweiteren muss Factoring nicht immer eine Entscheidung gegen den klassischen Bankkredit bedeuten. Es bietet sich auch als begleitende Finanzierungsquelle an. Da Factoring zur Verbesserung der Bonität und zu einem verbesserten Bilanzrating führt, steigen damit auch die Chancen auf einen Bankkredit automatisch.

Gerne klären wir Sie über die vielfältigen Möglichkeiten der Unternehmensfinanzierung mit Factoring auf. Kontaktieren Sie uns dazu wahlweise telefonisch unter +49 721 723 80350, per Mail an beratung@svea.com oder über unser Kontaktformular. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

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