Zahlung, Rechnungsstellung, Wissen
Was ist Skonto?
07 Oktober 2026

Veröffentlicht am Mittwoch, 09. September 2026 16:58Wissen, Financial health, Credit management
Eine Bonitätsprüfung zeigt Ihnen, wie es um die Kreditwürdigkeit Ihrer Kunden und Geschäftspartner steht – und zwar, bevor Sie einen Vertrag abschließen. Nicht ohne Grund stehen Bonitätsprüfungen in vielen Unternehmen an der Tagesordnung. Doch wann ist eine Bonitätsprüfung sinnvoll und welche Anbieter gibt es überhaupt?
Eine Bonitätsprüfung ist eine gute Möglichkeit, um sich bereits vor Geschäftsabschluss ein besseres Bild von der Zahlungsfähigkeit eines potenziellen Neukunden zu machen. Auch der Zahlungswille spielt dabei eine entscheidende Rolle, denn wenn Rechnungen erst stark verzögert beglichen werden, wirkt sich das ebenfalls negativ auf die eigenen Geschäfte aus. Die Frage lautet also nun: Wann ist eine Bonitätsprüfung sinnvoll, wie können Sie die Bonität von Unternehmen prüfen und welche Erkenntnisse liefert diese? Das lesen Sie in diesem Beitrag.
Eine Bonitätsprüfung bezeichnet die Bewertung der Kreditwürdigkeit einer Person oder eines Unternehmens auf Basis zuvor erhobener Wirtschafts- und Zahlungsdaten. Sie gibt Auskunft darüber, ob ein potenzieller Vertragspartner seine Rechnungen voraussichtlich fristgerecht bezahlen kann. Synonym wird auch von einer Kreditwürdigkeitsprüfung gesprochen.
Prüfen lassen können Sie dabei Lieferanten, Hersteller und natürlich auch Kunden. Die Bonität bedeutet nichts anderes als die Fähigkeit und die Bereitschaft, eingegangene Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen – beides gehört zusammen.
Bei einer Bonitätsprüfung werden das bisherige Zahlungsverhalten, bestehende Verbindlichkeiten und öffentlich verfügbare Wirtschaftsdaten geprüft. Das Ergebnis verdichtet sich zu einem Bonitätsscore, der die Kreditwürdigkeit auf einer Skala von 0 bis 100 angibt. Dabei gilt: Je höher der Wert, desto besser die Kreditwürdigkeit und desto geringer folglich Ihr Ausfallrisiko. Ab einem Wert über 97,5 liegt ein geringes Risiko vor. Merkmale, die den Bonitätsscore negativ beeinflussen, können sein:
Bei Unternehmen fließen zusätzlich Rechtsform, Branche, Unternehmensalter und – sofern verfügbar – Bilanzdaten ein. Bei Einzelunternehmen und Freiberuflern verschwimmt die Grenze: Weil sie mit ihrem Privatvermögen haften, wird die Kreditwürdigkeit von Einzelunternehmen in der Regel gemeinsam mit der Bonität des Inhabers bewertet.
Jede Privatperson und jedes Unternehmen kann den eigenen Bonitätsscore selbst beeinflussen. Sofern eine ausreichende Vermögensauskunft vorliegt und Forderungen pünktlich gezahlt werden, steht einem guten Bonitätsscore nichts im Wege.
Eine Bonitätsprüfung ist immer dann sinnvoll, wenn Sie mit einem Vertragsabschluss in Vorleistung gehen und damit ein wirtschaftliches Risiko tragen – vor allem beim Kauf auf Rechnung, bei Ratenzahlungen und bei langfristigen Verträgen.
Genau daran hängt auch die rechtliche Zulässigkeit: Eine Bonitätsprüfung von Unternehmen und Privatpersonen dürfen Sie grundsätzlich nur dann durchführen lassen, wenn Ihrerseits ein berechtigtes Interesse als Vertragspartner vorliegt. Das ist der Fall, wenn Sie mit einem Vertragsabschluss ein wirtschaftliches Risiko eingehen.
Drei typische Anlässe:
Ein Beispiel: Ein Großhändler liefert Material im Wert von 50.000 Euro auf Rechnung an einen Anlagenbauer. Bezahlt wird erst nach abgeschlossener Warenlieferung. Wird der Kunde in der Zwischenzeit zahlungsunfähig, steht der Großhändler für die volle Summe gerade – die Prüfung vorab kostet nur einen Bruchteil davon.
Geläufig sind Bonitätsprüfungen vor allem bei Handy- und Mietverträgen, bei Kreditvergaben und im Online-Handel. Sinnvoll ist die Prüfung gewerblicher Kunden aber in jeder Branche, die auf Rechnung liefert.
Um die Bonität eines Unternehmens zu prüfen, holen Sie eine Auskunft bei einer Wirtschaftsauskunftei oder einem Finanzdienstleister ein. Dafür brauchen Sie Firmenname, Rechtsform und vollständige Anschrift, idealerweise auch die Handelsregister-, Firmenbuch- oder UID-Nummer. Bei einer Online-Bonitätsprüfung liegt das Ergebnis meist innerhalb weniger Minuten vor.
In fünf Schritten zur Bonitätsprüfung:
Wenn Sie die Bonität von Firmen regelmäßig prüfen, lohnt sich statt der Einzelabfrage ein laufendes Monitoring: Sie werden dann automatisch informiert, sobald sich die Kreditwürdigkeit eines Kunden verschlechtert.
Bonitätsprüfungen bekommen Sie nicht nur bei Wirtschaftsauskunfteien: Auch Factoring- und Inkassoanbieter, Kreditversicherer und Banken prüfen die Kreditwürdigkeit von Unternehmen.
| Anbieter | Beispiele | Kosten (Richtwerte) | Dauer |
| Wirtschaftsauskunfteien | DE: Schufa, Creditreform, CRIF AT: KSV1870, AKV EUROPA, CRIF CH: CRIF, Creditreform, Dun & Bradstreet | niedrige bis mittlere zweistellige Beträge | wenige Sekunden bis zu drei Werktagen |
| Banken | Haus- und Geschäftsbanken | im Kreditprozess enthalten | mehrere Tage bis Wochen |
| Kreditversicherer | Allianz Trade, Atradius, Coface | im Versicherungsvertrag enthalten | 1-5 Werktage |
| Inkasso- und Factoring-Anbieter | Svea | häufig im Vertrag enthalten | wenige Minuten |
Factoring-Anbieter gehen bei der Bonitätsprüfung einen Schritt weiter als reine Auskunfteien: Weil sie Ihre Forderungen ankaufen und damit selbst das Ausfallrisiko tragen, prüfen sie die Bonität Ihrer Kunden laufend statt nur einmalig. Damit sind Sie optimal vor Zahlungsausfällen Ihrer Kunden geschützt.
Fällt die Bonitätsprüfung eines Kunden nicht zu Ihrer Zufriedenheit aus, müssen Sie nicht zwingend auf das Geschäft verzichten. Sie haben im Grunde zwei Möglichkeiten – und dazwischen Abstufungen wie ein niedrigeres Kreditlimit, kürzere Zahlungsziele oder eine Anzahlung.
Auch bei Svea ist die Bonitätsprüfung Ihrer Kunden ein wichtiger Bestandteil des Factorings. Bevor wir Forderungen ankaufen, prüfen wir die Bonität Ihrer Debitoren und überwachen diese auch während der Zusammenarbeit regelmäßig. So lassen sich mögliche Ausfallrisiken frühzeitig erkennen und Kreditlimiten entsprechend festlegen.
Neben der Vorfinanzierung Ihrer offenen Rechnungen übernehmen wir auch das Delkredererisiko. Sollte ein Kunde zahlungsunfähig werden, sind Sie im Rahmen des vereinbarten Kreditlimits vor dem Forderungsausfall geschützt. So gewinnen Sie nicht nur schneller Liquidität, sondern erhöhen gleichzeitig die Sicherheit Ihrer Zahlungseingänge.
Sie möchten wissen, ob Factoring für Ihr Unternehmen die passende Lösung ist? Gerne beraten wir Sie persönlich und ermitteln gemeinsam mit Ihnen eine Finanzierungslösung, die zu Ihrem Unternehmen und Ihren Anforderungen passt.