Forfaitierung und Factoring: Gemeinsamkeiten und Unterschiede

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Bei der Forfaitierung handelt es sich um ein seit vielen Jahren äußerst beliebtes Instrument, Risiken in der Finanzierung zu reduzieren. Dabei gibt es immer wieder Fragen zur genauen Definition und Abgrenzung gegenüber eng damit verwandten Begriffen wie Zession und Factoring.

In diesem Artikel wollen wir Ihnen eine kurze Einleitung in das Thema Forfaitierung geben, die Unterschiede zu anderen Methoden vor Augen führen und praktische Vorteile und Umsetzung erläutern.

Forfaitierung: Definition

Komplizierte Definitionen der Forfaitierung finden sich im Netz zuhauf. Es geht aber auch ganz einfach: Bei einer Forfaitierung wird eine Forderung an einen neuen Gläubiger verkauft.

Dabei unterscheidet man zwei grundlegende Formen der Forfaitierung:

  • Unechte Forfaitierung: Falls die Forderung ausfällt, kann der neue Gläubiger dem Verkäufer der Forderung gegenüber Schadensersatzansprüche geltend machen.
  • Echte Forfaitierung: Bei der echten Forfaitierung übernimmt der neue Gläubiger das gesamte Bonitätsrisiko. Sollte der Schuldner somit nicht zahlen können, ist davon nur der Käufer der Forderung betroffen.

Die echte Forfaitierung bildet heutzutage die nahezu einzige in der Praxis vorkommende Form.

In beiden Fällen aber lässt sich der Käufer das entstandene Risiko durch eine Gebühr oder einen Zins kompensieren.

Forfaitierung: Vorteile

Wie Sie sicherlich wissen, ist keine Forderung in der heutigen Zeit mehr 100%ig sicher. Bonitätsrisiken bedrohen dabei ganz direkt die Existenzgrundlage vieler Firmen, ganz unabhängig von der Unternehmensgröße. Vor diesem Hintergrund stellt die Forfaitierung eine Absicherung dar und bietet einige Vorteile:

  • Eine Forfaitierung eliminiert Ausfallrisiken und senkt in der Summe das Gesamtunternehmensrisiko. Davon profitieren Sie u.a. dadurch, dass Kreditverhandlungen einfacher werden.
  • Eine Forfaitierung erhöht Ihre Liquidität, erlaubt Investitionen, die Nutzung von Skonti oder die Abbezahlung und Vermeidung von Schulden.
  • Eine Forfaitierung erhöht Ihre Planungssicherheit. Denn statt mit potentiellen Einnahmen zu rechnen, können Sie nun über direkt einsetzbare Geldmittel verfügen.
  • In manchen Fällen stellt die Forfaitierung die einzige wirkliche Möglichkeit dar, größere, kapitalintensive Produktionen durchzuführen.

Forfaitierung & Factoring: Unterschiede

Vom grundsätzlichen Prinzip her sind Forfaitierung und Factoring nahezu deckungsgleich. Denn auch beim Factoring kauft Ihnen ein Factor eine oder mehrere Forderungen ab. Dennoch bestehen einige feine Unterschiede zwischen den beiden Instrumenten:

  • Das Factoring wird meistens für mittelgroße Kapitalbeträge genutzt, während Forfaitierung eher bei extrem kapitalintensiven Transaktionen greift.
  • Forfaitierung bezieht sich im Regelfall auf konkret benannte, bereits existierende Leistungen – das Konzept geht auf Weizenlieferungen an die Sowietunion zurück – während Factoring sich meist auf zukünftige, zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses noch nicht bekannte Forderungen bezieht.
  • Typisch für eine veräußerte Forderung im Rahmen vom Factoring ist ihre verhältnismäßig kurze Laufzeit. Bei der Forfaitierung sind Laufzeiten von bis zu zehn Jahren keine Seltenheit.

Keine Frage: Forfaitierung und Factoring können gelegentlich kompliziert werden. Zum Glück beraten Sie die Experten von Svea. Wir sind eines der europaweit führenden Factoring Unternehmen und haben langjährige Erfahrung auch mit mittelständischen und kleinen Unternehmen. Sprechen Sie einfach mit uns über den Einsatz vom Forderungsverkauf in Ihrem Unternehmen.

Sie erreichen uns unter +43 7205 12015 oder über eine kurze Nachricht über unser Kontaktformular.

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