Finanzplanung für Unternehmen: So erstellen Sie einen Finanzplan

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Österreichs Start-up-Szene hat im letzten Jahr einen deutlichen Aufschwung erlebt. Viele Gründer wollten sich den Traum vom eigenen Business endlich verwirklichen. Leider platzt diese Wunschvorstellung für viele schon in der Frühphase der Existenzgründung.

Schuld daran sind häufig Fehlkalkulationen in der Kostenplanung. Ein detaillierter Finanzplan für die ersten paar Jahre hilft, drohende Liquiditätsengpässe richtig einschätzen und realistisch beurteilen zu können, ob genügend Kapital für die Firmengründung vorhanden ist. SVEA erklärt Ihnen, was Sie bei der Finanzplanung beachten müssen und wie Sie bei der Erstellung Ihres Finanzplans am besten vorgehen.

Was ist ein Finanzplan?

Der Finanzplan ist das Kernstück in einem guten Businessplan. Dieser stellt die Entwicklung eines Unternehmens in Zahlen dar und gibt folglich Aufschluss darüber, ob ein Gründungsvorhaben sich finanziell umsetzen lässt und wirtschaftlich lohnenswert ist. Zentrale Fragen, auf die der Finanzplan eine Antwort geben soll, sind:

  • Wie viel Geld lässt sich mit meinem Unternehmen verdienen?
  • Wie viel Kapital muss dazu investiert werden?
  • Woher kann man dieses Kapital beziehen?
  • Wie lange werden Verluste eingefahren und ab wann kann man mit den ersten Gewinnen rechnen?

Der Finanzplan ist unerlässlich, um Banken oder Investoren von Ihrem Vorhaben zu überzeugen und finanzielle Unterstützung zu erhalten. Aber auch für den Gründer selbst ist der Finanzplan wichtig, um den Erfolg eines Unternehmens einschätzen und beurteilen zu können, ob die Unternehmensgründung rentabel ist. Um keine bösen Überraschungen zu erleben und möglichst viel Planungssicherheit zu haben, sollten Sie den Finanzplan für mindestens drei, bei kapitalintensiveren Projekten für fünf Jahre anlegen und genügend finanzielle Puffer einplanen.

Finanzplan erstellen: Der Aufbau

Eine allgemeingültige Form für einen Finanzplan gibt es nicht. Wenn Sie im Internet nach Finanzplänen suchen, finden Sie zahlreiche Muster, Vorlagen und Beispiele, die sich in ihrem Aufbau teils deutlich voneinander unterscheiden. Für uns hat sich folgender Aufbau bewährt:

1. Kapitalbedarfs- und Investitionsplan

Führen Sie in Ihrem Finanzplan zunächst alle kurz-, mittel- und langfristigen Ausgaben an, mit denen Sie in Ihrem Start-up rechnen. Das umfasst neben den variablen und einmaligen Kosten wie Materialkosten, Wareneinkauf und Gründungskosten auch die laufenden Kosten. Miete, Versicherungen, Werbemittel, Betriebssteuern und Lohnzahlungen sind nur einige wenige davon. Vergessen Sie bitte auch nicht, den Unternehmerlohn aufzuführen, schließlich muss auch der Gründer selbst von etwas leben können. Viele neigen dazu, die laufenden Kosten niedriger zu bemessen als diese tatsächlich ausfallen. Kalkulieren Sie deshalb einen Liquiditätspuffer von mindestens 25 Prozent in Ihre Prognosen ein. Auf Basis der ermittelten Ausgaben können Sie den benötigten Kapitalbedarf berechnen.

2. Umsatzplan

Ermitteln Sie nun, mit welchen Umsätzen Sie durch den Verkauf Ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen rechnen. Dabei ist Ihnen die Preiskalkulation, die Sie im Businessplan bereits vorgenommen haben, behilflich. Versuchen Sie einzuschätzen, wie viel Sie in den ersten Wochen, Monaten und Jahren einnehmen werden. Bleiben Sie dabei realistisch und bedenken Sie, dass die Verkaufszahlen bei einem gerade erst gegründeten Unternehmen immer erst langsamer steigen als bei einem bereits am Markt etablierten Geschäft.

3. Liquiditätsplan

Der Liquiditätsplan ist der wichtigste Teil Ihres Finanzplans. Hier werden die monatlich geschätzten Ein- und Ausgaben gegenübergestellt, um einschätzen zu können, inwiefern Ihr Unternehmen liquide bleibt. Beziehen Sie auch Ihr Startkapital mit in die Berechnungen ein. Der Liquiditätsplan verrät Ihnen, auf welche Summen an Fremdkapital Sie zurückgreifen müssen, um langfristig zahlungsfähig zu bleiben.

4. Finanzierungsplan

Der Finanzierungsplan dient dazu darzulegen, wie Sie die Unternehmensgründung finanzieren und den Kapitalbedarf decken wollen. Kaum ein Unternehmen verfügt über so viel Eigenkapital, dass es nicht auf die zusätzliche Finanzierung durch Fremdkapital angewiesen ist. Die meisten Kapitalgeber und Investoren setzen allerdings einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent voraus, um dem Gründer die finanzielle Unterstützung zu gewähren.

5. Rentabilitätsplan

Der Rentabilitätsplan bildet den Abschluss Ihres Finanzplans. Hier erstellen Sie eine Gewinn- und Verlustrechnung, die die wichtigsten Kennzahlen Ihres operativen Geschäfts für die nächsten drei bis fünf Jahre darstellt. Auf Basis dessen können Sie schließlich berechnen, ob sich die Unternehmensgründung wirklich lohnt. Ein wichtiger Faktor dabei ist, ob Ihre Geschäfte einen positiven Entwicklungsverlauf nehmen und die unternehmenseigenen Ausgaben sinken statt zu steigen.

Unternehmensfinanzierung mit Factoring

Trotz eines akribisch erstellten Finanzplans haben es gerade Start-ups und Gründer nicht leicht, auf klassischem Wege an das so dringend benötigte Fremdkapital zu gelangen. Die Banken gewähren nur selten aufgrund fehlender Sicherheiten und mangelndem Eigenkapital finanzielle Zuschüsse. Hier kann Factoring Abhilfe schaffen. Es handelt sich dabei um eine alternative Finanzierungslösung, bei der Sie dem Factoringdienstleister Ihre offenen Forderungen abtreten. Die ausstehende Summe überweisen wir Ihnen nach einer kurzen Bonitätsprüfung bereits nach spätestens 24 Stunden auf Ihr Konto, was Ihnen sofortige Liquidität verschafft und Ihnen damit die Möglichkeit gibt, Ihr noch junges Unternehmen erfolgreich wachsen zu lassen.

SVEA richtet sich mit seinen vielfältigen Factoring-Leistungen insbesondere auch an Start-ups und Gründer. Wir sind uns sicher, auch für Sie eine passende Finanzierungslösung bereitzuhalten.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn wir Ihr Interesse wecken konnten. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!

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