Die Unterschiede zwischen Factoring und Finetrading

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Die Basel-Reformen machen es kleinen und mittelständischen Unternehmen immer schwerer, Kredite aufzunehmen. Hier sind alternative Lösungen gefragt, um auch ohne die Hilfe der Banken liquide zu bleiben.

Vor diesem Hintergrund gewinnen bankenunabhängige Finanzierungsmöglichkeiten zunehmend an Bedeutung. Während Factoring sich bereits als attraktive Finanzierungsalternative etablieren konnte, ist nun auch das weniger bekannte Finetrading immer stärker im Kommen. Vollkommen zu Recht, denn auch Finetrading bietet zahlreiche Vorteile für KMU. Wir stellen Ihnen die Finanzierungsalternative vor und erklären die Unterschiede zum Factoring.

Was ist Factoring?

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an einen Factoringdienstleister, auch Factor genannt. Der Factor überweist dem Unternehmen das Geld binnen 24 Stunden, wodurch sich die Eigenkapitalquote des Unternehmens sofort verbessert. Der Gläubiger muss den ausstehenden Betrag dann direkt beim Factor bezahlen. Der trägt das volle Ausfallrisiko, so dass der Factoringnehmer vor etwaigen Zahlungsausfällen seines Kunden zu 100% geschützt ist.

Was ist Finetrading?

Beim Finetrading handelt es sich um eine Form der Wareneinkaufsfinanzierung. Ähnlich wie beim Factoring sind auch beim Finetrading drei Parteien beteiligt: der Lieferant, der Abnehmer der Waren und ein Zwischenhändler, der sogenannte Finetrader. Nachdem Abnehmer und Lieferant die dem Warengeschäft zugrundeliegenden Konditionen ausgehandelt haben, kauft der Finetrader die Ware und lässt diese an den Abnehmer liefern. Der Lieferant stellt die Rechnung direkt an den Finetrader aus, der diese innerhalb des vereinbarten Zahlungszeitraums begleicht.  Mit dem Abnehmer der Waren macht der Finetrader einen separaten Kaufvertrag aus, der dem Käufer lange Zahlungsziele von bis zu 180 Tagen einräumt. Innerhalb dieses Zeitraums kann der Abnehmer seine Verbindlichkeiten flexibel begleichen. 

Finetrading setzt früher an

Auf den ersten Blick scheint es zwischen Factoring und Finetrading kaum Unterschiede zu geben. Beide Finanzierungsinstrumente dienen den Unternehmen dazu, ihre Liquidität und den Cashflow zu erhöhen und die Bilanz zu verkürzen. Allerdings setzt Finetrading im Wirtschaftszyklus früher an als Factoring. So kommt der Finetrading-Vertrag noch vor der Rechnungsstellung zustande, während der Factor erst nach Beendigung des eigentlichen Handelsgeschäfts seine finanziellen Mittel zur Verfügung stellt. Während das Unternehmen beim Factoring seinen Kunden lange Zahlungsziele einräumen kann und sich so als attraktiver Dienstleister positioniert, profitiert es beim Finetrading selbst von langen Zahlungszielen.

Abnehmer und Branchen

Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass beim Finetrading nicht wie beim Factoring direkt ein ganzes Paket an Forderungen verschiedener Debitoren veräußert wird. Finetrading finanziert immer einen individuellen Geschäftsvorgang. Damit richtet sich diese Finanzierungsalternative insbesondere auch an KMU mit geringen Einkaufsvolumina ab 10.000 Euro.

Factoring kann für viele verschiedene Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen von Interesse sein. Im Gegensatz dazu zielt Finetrading nur auf solche Betriebe ab, die ihre Rohstoffe und Waren vorab einkaufen müssen, um ihre Leistungen erbringen zu können. Finanziert werden ausschließlich Vermögensbestandteile, die dem Umlaufvermögen angehören und damit nur kurze Zeit im Unternehmen verbleiben.

Zeit- und Kostenaufwand

Ähnlich wie das Factoring kann auch Finetrading mit einer ausgesprochen kurzen Vorlaufzeit punkten. So überweist der Factor seinem Kunden die ausstehende Summe innerhalb von zwei Tagen, so dass dieser sich seinen Liquiditätszufluss sofort zunutze machen kann. Auch beim Finetrading erfolgt die Zahlung des Finetraders an den Lieferanten innerhalb kürzester Zeit. Das verschafft dem Abnehmer nicht selten enorme Skonto-Vorteile, die sich bestenfalls sogar mit den anfallenden Kosten für das Finetrading decken.

Wie der Factor erhebt auch der Finetrader für die erbrachte Dienstleistung eine Gebühr, die sich meist auf einen geringen Prozentsatz vom Rechnungsbetrag beläuft. Auch beim Factoring können die Unternehmen von Skonti profitieren, indem sie die gewonnene Liquidität zur sofortigen Begleichung von Lieferantenrechnungen nutzen.

SVEA bietet eine besondere Form der Einkaufsfinanzierung an

Sowohl Factoring als auch Finetrading bieten ihren Nutzern zahlreiche Vorteile. Wir von SVEA wissen das. Deshalb haben wir für unsere Kunden eine einzigartige Finanzierungsvariante entwickelt, die das Beste aus beiden Finanzierungslösungen miteinander kombiniert. Dabei finanzieren wir Ihren Wareneinkauf vor, sobald Sie einen Abnehmer für Ihre Ware gefunden haben.

Wenn Sie also von einem Kunden einen großen Auftrag erhalten haben, Sie selbst aber nicht über ausreichend Barmittel verfügen, um die Ware bei Ihrem Lieferanten einzukaufen, finanzieren wir diese schnell und unkompliziert für Sie vor. Das bietet Ihnen selbst die Möglichkeit, Skonto-Vorteile zu nutzen, während Sie durch die schnelle Lieferung gleichzeitig für glückliche Kunden sorgen. Mit dieser besonderen Form der Einkaufsfinanzierung richten wir uns insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen.

Kontaktieren Sie uns gerne, wenn Sie sich für die Einkaufsfinanzierung mit SVEA interessieren. Einer unserer freundlichen und kompetenten Mitarbeiter wird sich freuen, Sie umfassend über die verschiedenen Finanzierungsmöglichkeiten zu beraten und in einem persönlichen Gespräch herauszufinden, ob die Einkaufsfinanzierung zu Ihren Absichten passt oder Sie mit einer unserer Factoring-Lösungen vielleicht besser beraten sind.

 

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