Wachstumsforum Factoring

25/10/2018

Was glauben Sie: Welche ist die am stärksten wachsende Finanzierungsform für Unternehmen in Österreich? Die traditionellen Bankkredite, da es laut den Banken ja keine „Kreditklemme“ gibt? Crowdfunding und Crowdinvesting, das in aller Munde ist und nach den Startups nun auch KMU entdeckt? Business-Angel-Investoren, die man in diversen Fernsehshows bewundern kann? Venture Capital und Private Equity, das ja schon das Silicon Valley berühmt gemacht hat? Oder gar die Börse, die ja sagt, dass sie nicht nur für Konzerne da ist?

Nein. Unter allen Finanzierungsformen für Unternehmen wächst in Österreich das Factoring prozentuell am stärksten. Eigentlich kein Wunder, hat es sich doch seit langer Zeit bewährt, hat also einen guten „Track Record“, den andere, jüngere Finanzierungsformen erst schaffen müssen.

So verzeichnet Factoring in Österreich einen Anstieg, der sich sehen lassen kann: Allein in den fünf Jahren 2013 bis 2017 wuchs das Factoring-Volumen um knapp 50 %: von 14,1 Milliarden auf mehr als 21 Milliarden Euro. Und im Zehnjahreszeitraum 2007 bis 2017/18 hat sich das Factoring-Volumen in der Alpenrepublik sogar fast vervierfacht: von 5,3 auf eben schon mehr als 21 Milliarden Euro, Tendenz weiter steigend. Das zeigt eindrucksvoll, dass und wie stetig die Nachfrage nach der Finanzierungsform Factoring wächst. Und es zeigt, dass man in guter Gesellschaft ist, wenn man es nutzt.

Um die Dimension zu zeigen: Mehr als 21 Milliarden Euro sind stolze 6 % der gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung, dem BIP (Bruttoinlandsprodukt). Und das ist bei weitem nicht das Ende der Fahnenstange. Denn da ist noch viel Potenzial nach oben, um Factoring zu nutzen. Denn im EU-Durchschnitt liegt der Vergleichswert bei rund 10 % des BIP. Das heißt: Factoring wird in anderen europäischen Ländern, also von dortigen Unternehmen, schon viel stärker genutzt als in Österreich.

Somit nutzen die KMU dort also viel mehr all die Vorteile des Factoring, was ihnen einen Wettbewerbsvorsprung verschaffen kann: Nämlich jenen, dass man sofortige Liquidität bei der Fakturierung hat. Dass man eine flexible Finanzierung hat, denn die passt sich den eigenen Umsätzen, dem eigenen Absatzverlauf an. Dass man durch die stärkere eigene Liquidität selbst Einkaufsvorteile (Skonti und Rabatte) nützen kann, was der Unternehmenskassa auch gut tut. Und dass man dadurch selbst mehr Spielraum hat, im Vertrieb und im Verkauf längere Zahlungsziele zu gewähren, was im harten Wettbewerb im Sinne der Kundenpflege nicht schaden kann.
Heute wird viel über Handelskriege gesprochen. Wenn man als einzelnes Unternehmen die „große Politik“ schon nicht beeinflussen kann, so soll und kann man zumindest auf sich selbst schauen. Factoring finanziert Ihren Handel: Ihre Arbeit, um gute Waren und Dienstleistungen zu liefern.